BN-800 – läuft. Endlager werden überflüssig!

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Am 24. Juni erreichte im russischen Kernkraftwerk Belojarsk (bei Jekaterinburg) der vierte Reaktorblock mit dem Namen BN-800 eine selbsterhaltende Kettenreaktion und wird nun nach weiteren Tests kontinuierlich bis zum Jahresende auf seine elektrische Nennleistung von knapp 800 MW hochgefahren. Er ist momentan der größte in Betrieb befindliche Brutreaktor weltweit.

Das Konzept der schnellen Brüter ist besonders interessant, da sie den „Atommüll“ aus den konventionellen Druckwasserreaktoren nahezu vollständig verwerten können.

Neben Russland forschen und forschten auch andere Länder an der Brütertechnologie. Jedoch nur Russland, China und Indien betreiben aktuell ernsthaft die Kommerzialisierung dieser Reaktoren. Neben wenigen Nachteilen und recht geringen Risiken haben diese Reaktoren den unschätzbaren Vorteil, den weltweit angefallenen Atommüll der letzten 60 Jahre in kostbare Energie zu verwandeln. Neben dem Wegfall des Endlagerproblems wurde mit dieser Technologie faktisch ein neuer „Rohstoff“ erschlossen, der die Stromversorgung für die nächsten Jahrzehnte in den AKW-betreibenden Ländern versorgungsunkritisch sicherstellen könnte. Denn der Rohstoff „Atommüll“ lagert ja bereits in diesen Ländern, die ihn mittels solcher Reaktoren verbrauchen könnten.

Neben den Generation IV-Reaktorkonzepten und dem Laufwellen-Reaktor (und im letzten Schritt dem Fusionsreaktor), welche alle noch mehr oder weniger theoretische Konzepte sind, ist die Brutreaktortechnologie damit die momentan einzige praktisch realisierte Technologie, die die Vorteile der Energiegewinnung durch physikalische Umwandlungsprozesse mit der endgültigen Lösung des Endlagerproblems kombiniert.

Bis ca. 2020 soll in Belojarsk mit dem größeren BN-1200 ein weiterer Brutreaktor ans Netz gehen, während in Deutschland in etwa zur selben Zeit das letzte AKW stillgelegt werden soll.

Weltweit sind in 31 Ländern 440 Kernkraftwerke in Betrieb und in 15 Ländern 67 Kernkraftwerke im Bau. In Planung befinden sich derzeit 167 Kernkraftwerke (jeweils Stand 2014).

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